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Blogpiloten

Rastlose Blogger präsentieren das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 und lassen Experten Klartext sprechen. Wir nehmen euch mit an die aufregendsten Orte der digitalen Welt. [ÜBER UNS]

In der afrikanischen Blogosphäre gibt es noch vieles zu entdecken. Im Blogpiloten Interview spricht Juliana Rotich von  Globalvoicesonline.org über Social Media in Afrika und Grassroots-Bewegungen in Kenia. Das angesprochene Projekt Ushahidi haben wir uns einmal genauer angeschaut. Nach dem Klick gibt es das Interview und den Blogpiloten-Review.

Mit Juliana Rotich haben wir am Rande der diesjährigen LIFT-Conference in Genf gesprochen:


Interview: Juliana Rotich (Globalvoicesonline) from Steffen Bueffel on Vimeo.

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Ushahidi ist das suahelische Wort für Zeugenaussage. Zeugen sucht die Open Source Software für Unruhen und kriegerische Auseinandersetzungen in Afrika. Trauriger Anlass für die Entwicklung der Plattform waren die Unruhen nach den Wahlen in Kenia Anfang 2008. Seitdem wird die Plattform auch für andere Konfliktsituationen genutzt – ganz aktuell bei den Parlamentswahlen in Indien.

Wie funktioniert Ushahidi?

Ushahidi Nutzer können Ihre Informationen per Telefon, SMS, E-Mail oder über das Internet an die Plattform senden. Im Web gibt es dafür bereits ein Formular, das nach der Art des Konfliktes, Ort und Zeitpunkt fragt. Zudem wird um eine kurze Beschreibung gebeten. Um Informationen zu untermauern, können noch Quellen wie Blogs oder Videos angeben werden. Auch wenn Ushahidi nicht alle Informationen bis ins Detail überprüfen kann, gelten die Angaben als sehr zuverlässig. Grund dafür ist u.a. die intensive Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen, die ebenfalls Informationen aus den Krisenregionen liefern. Nicht offiziell bestätigte Informationen werden auf der Plattform als “Nicht verifiziert” gekennzeichnet. Auch andere User können die Glaubwürdigkeit einzelner Beiträge bewerten.

screenshot_ushahidi

Die gesammelten Vorfälle werden auf einer Karte angezeigt und können dort nach Kategorien sortiert werden. Mit einem Klick kann man sich so anzeigen lassen, wo beispielsweise Enteignungen stattfinden oder herausfinden, wo UN Friedenstruppen stationiert sind.  Alle Einträge können auch in chronologischer Reihenfolge aufgerufen werden.

Für wen ist Ushahidi gedacht?

Ursprünglich wollte Ushahidi allen Kenianern einen Überblick  zu den Unruhen geben. Das waren nicht nur hilfreiche Informationen und Warnungen für die Bevölkerung, sondern auch unabhängige Auskünfte für Journalisten. Mit der Ausweitung auf andere Gebiete und Konflikte wird das Angebot auch für andere Gruppen und Regionen interessant. In Ländern, in denen es häufig keine unabhängige Presse gibt, ist Ushahidi eine ideale Möglichkeit, auch Informationen zu verbreiten, die nicht direkt von der Regierung kommen. Langfristig plant Ushahidi die Software kostenlos zum Download anzubieten. Eine Alpha-Version kann bereits getestet werden. Die Software kann dann nicht nur für Krisenbeobachtungen eingesetzt werden , sondern auch bei positiven Ereignissen, die für eine breite Masse interessant sind. Insbesondere Hilfsorganisationen und NGOs könnten die Software nutzen. Den Menschen in Afrika möchte Ushahidi darüber hinaus möglichst bald eine kostenlose Hotline anbieten, über die sie von Unruhen berichten können. Denn auch wenn Mobiltelefone auf dem Kontinent weit verbreitet sind, fehlt häufig das Geld für Gespräche.

Blogpiloten-Urteil:

Ushahidi visualisiert und kartografiert Unruhen und Kriege auf übersichtliche Art und Weise. Interessant wird das Angebot vor allem durch die vielen Quellen und Informationen, die direkt aus den Krisenregionen und von den Betroffenen kommen. Die Plattform ist einfach zu bedienen und die eingehenden Informationen sind schnell abzurufen. Damit erfüllt Ushahidi alle Kriterien, um unvermittel für die Bevölkerung hilfreich zu sein und leistet einen großen Beitrag für die Weiterentwicklung von Social Media in Afrika.


Über den Autor
Meike Ullrichhat Politikwissenschaft mit Schwerpunkt elektronische Demokratie studiert und arbeitet jetzt für eine Berliner PR und Public Affairs Agentur - natürlich immer auf der Suche nach den neusten Erfindungen im Bereich der digitalen (politischen) Kommunikation.
Meike Ullrich | Review, Video | 20.04.09, 08:22
 
 

1 Kommentar zu “Ushahidi: Crisis Mapping in Afrika”
 
10:14 | Apr 28' 2009| TED-Talk: Erik Hersman über Ushahidi | Blogpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 schreibt:

[...] hatten wir Ushahidi hier bei Blogpiloten im Review und dazu auch ein Video-Interview mit Julia Rotich, eine der Gründerinnen dieses afrikanischen [...]

 
 
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