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Blogpiloten

Rastlose Blogger präsentieren das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 und lassen Experten Klartext sprechen. Wir nehmen euch mit an die aufregendsten Orte der digitalen Welt. [ÜBER UNS]
Google wird sich aus China zurückziehen, meldet die Financial Times. Dieser Schritt ist dem Konzern nicht leicht gefallen, nötig war er aber allemal. Warum das so ist, erklärt der in Peking lebende Autor Kaiser Kuo auf der Web-Konferenz SXSW. [MEHR]
Gestern war der große Tag: Eine gefühlte Ewigkeit nachdem 135.000 Menschen die Onlinepetition gegen Netzsperren unterzeichnet haben, war deren Initiatorin Franziska Heine endlich vor den Petitionsausschuss geladen. Zwei lehrreiche Stunden über den Sinn von Petitionen, Netzaktivismus und die Manege des Berliner Parlamentszirkus. [MEHR]
Das Google mit seiner automatisierten, öffentlichen Followerliste bei buzz kein besonders glückliches Händchen bewiesen hat, dürfte heute hinlänglich bekannt sein. Noch immer gibt es keine opt-in Funktion für neue Benutzer sondern nur ein umständliches Opt-Out, wenn man einmal "drinnen" ist - wie Google in seinem GMail-Blog ausführlich erklärt. Die Kollegen von techcrunch haben aber eine bestehende Lücke entdeckt, die peinlicherweise genau diejenigen email-accounts der eigenen Kontakte veröffentlicht, die diese gar nicht jedem geben würden. Und das geht so:
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Wie der Silicon Alley Insider gestern berichtete, ist eine große Schwachstelle in Google buzz. Wer buzz einrichtet, bekommt zunächst die Follower automatisiert zugeordnet anhand seiner Chatpartner und derjenigen, mit denen er oder sie am häufigsten E-Mails austauscht. Soweit, so gut. Das Problem besteht allerdings darin, dass per Voreinstellung alle diese Listen öffentlich im Profil einsehbar sind. Man könnte sich also genau ansehen, wer einem folgt und wem derjenige folgt. Man kann also sehen, mit wem Ihr am meisten chattet und mit wem ihr Euch am meisten E-Mails per Gmail schreibt.

Wer seine erste Nachricht in buzz schreibt, bekommt eine Dialogbox zu sehen, in der folgendes erklärt wird: "Before participating in Buzz, you need a public profile with your name and photo." Und im Kleingedruckten steht dann noch "Your profile includes your name, photo, people you follow, and people who follow you."

Es ist also tunlichst die Voreinstellung, dass andere diese Liste einsehen dürfen, in den Settings abzuändern. Aber wer weiß das vorher? Und wer will überhaupt, dass ein Algorithmus die Leute in eine öffentlich einsehbare Liste packt?. (OK, 10 € ins Schirrmacher-Schwein für den Begriff Algorithmus).
Aber mal im Ernst: Silicon Alley weist auf ein grundsätzliches Problem mit Webservices hin, dass Schule machen sollte: Alle Informationen, die man teilen will (Sharing) müssen per default (Voreinstellung) einer Zustimmung unterliegen. Das bedeutet, dass jemand, der nicht extra in die Settings geht - weil er/sie den Dienst vielleicht erst mal probieren will - alle Informationen privat hält und zum Sharing bestimmte Inhalte erst freischalten muss (opt-in).

Der Pressesprecher von Google erklärte gegenüber dem Silicon Alley Insider, dass der Sinn der öffentlichen Listen darin bestehe, dass man sofort eine Menge von Freunden und Bekannten zur Verfügung hätte, und daher sofort mit seinen Kontakten loslegen können und sich nicht mühsam erst seine Follower zusammen suchen müsse. Klingt nicht besonders überzeugend. Aber so sind sie die Algorithmen, sie lösen Probleme, die manche Menschen lieber selber lösen möchten. Wir kennen das ja schon von anderen Firmen und Branchen, dass uns geholfen wird, wo wir es ehrlich gesagt weder brauchen noch wünschen...
UPDATE:
Wie Matt unten im Kommentar schreibt, hat Google schnell reagiert und das Ausfüllen der Follower-Liste per Algorithmus gestoppt und nutzt nun eine opt-in Funktion. Schnell. Löblich. Danke für den Hinweis! [MEHR]
Bei Techdirt ist vor ein paar Tagen ein interessanter Beitrag erschienen, der sich mit der Frage auseinander setzt, ob die Major-Labels im Musikmarkt ihren Bedeutungsverlust hätten verhindern können, wenn sie das iTunes-Modell früher angewandt hätten: Did The Recording Industry Really Miss The Opportunity To 'Monetize' Online Music? Besonders treffend finde ich die Betonung, dass der durch die Verfügbarkeit quasi kostenloser digitaler Inhaltekopien ausgelöste Preisdruck im Musikmarkt unabhängig von Piraterie entsteht: [MEHR]
ELENA Das elektronische Entgeltnachweisverfahren, kurz ELENA, erzeugt endlich ersten aktiven Widerstand bei Netzbürgerrechtlern. Zwei Bürger haben beim Bundestag eine Petition eingereicht, die dagegen protestiert, dass Höhe des Gehalts, Krankmeldungen, Kündigungsgründe und viele andere Daten über einen Arbeitnehmer automatisch gespeichert werden. [MEHR]
Endlich kommt mal wieder ein bisschen Bewegung in die Debatte um die Kulturflatrate: Nachdem der Bundesverband Musikindustrie 10 Thesen zu diesem "Irrweg" veröffentlicht hat, schießt Journalist und Urheberrechte-Spezialist Matthias Spielkamp zurück und antwortet auf Zeit online mit einem offenen Brief an den Geschäftsführer des Musikindustrieverbands, Stefan Michalk. Und schon fliegen die Fetzen. Aber schön der Reihe nach: [MEHR]
Das neue “Public Domain Manifesto” erinnert daran, dass Wissen verbreitet werden muss – und dass die Prinzipien der Offenheit und Freiheit gepflegt werden müssen, damit das Teilen und Fruchtbarmachen von Wissen auch klappt. [MEHR]
Nachdem Iran seine Revolution (nicht) hatte, Michael Jackson schon länger seine Ruhe genießen darf, ist die Meute der Meinungsbesitzenden weiter gezogen. Da gerade kein Skandal in Sicht war, hat man sich wieder auf die großen Firmen gestürzt, die aufgrund ihrer jüngsten Geschichte am meisten Sediment aufgewirbelt haben. Eine von denen ist das Unternehmen aus Mountain View. Da Google sich überall dort aufhält, wo früher der umherziehende Barde die Geschichten aus 1001 Nacht zum Besten gab, sind das heute die schneidenden Kanten der Medienwelt. [MEHR]
Google geht es nach einer vernichtenden Niederlage nurmehr darum, das Gesicht zu wahren und einen geordneten Rückzug einzuläuten. [MEHR]